Vogtei in Jasenná
Die Vogtei der Mikuláštíks in Jasenná - der Ort, der über Jahrhunderte das Dorf verwaltete.
Da das Gebäude nie eine grundlegende Umgestaltung erfahren hat, ist sein ursprüngliches Aussehen bis heute bewahrt.

Die Vogtei der Mikuláštíks in Jasenná - der Ort, der über Jahrhunderte das Dorf verwaltete.
Da das Gebäude nie eine grundlegende Umgestaltung erfahren hat, ist sein ursprüngliches Aussehen bis heute bewahrt.
Die Vogtei in Jasenná gehört zu den besterhaltenen Gebäuden dieser Art in Ostmähren. Sie stellt ein einzigartiges Zeugnis des Lebens in einer ländlichen Gemeinde während der Zeit der Feudalverwaltung dar. Bis 1848 wurde von hier aus das Dorf verwaltet. Alle Entscheidungen über die Pflichten der Untertanen, die Sicherheit und den Alltag der Bewohner wurden hier getroffen.
Die erste schriftliche Erwähnung der Vogtei in Jasenná datiert aus dem Jahr 1585. Im Laufe des 16. und 17. Jahrhunderts dienten hier mehrere Vogte, darunter Pavel Ubelský und Mikuláš Vykrútil, die infolge der Kriegsereignisse mit schwierigen Gegebenheiten zu kämpfen hatten. Ein Wendepunkt war die Ankunft der Familie Mikuláštík: Jiří Mikuláštík übernahm die Vogtei in einem verelendeten Zustand. Er konnte sie aber trotz aller Widrigkeiten der Zeit bewahren und seinen Nachkommen übergeben.
In ihrer heutigen Form wurde die Vogtei 1748 von dessen Enkel Jiří Mikuláštík erbaut, der von seiner Jugend an dem Grafen von Gollen auf der Domäne Vizovice gedient hatte – zunächst als Viehhirt, später als Schaffer. 1726 wurde er zum Erbvogt von Jasenná ernannt, nachdem er dem Grafen das Leben gerettet hatte. Ihm wurde der Bau einer neuen Wassermühle gestattet, gleichzeitig bekleidete er das Amt des Kirchenvorstehers und des Kommandanten der Grenzhüter. Das Vogteigebäude erfuhr nie eine größere Umgestaltung und hat sein ursprüngliches Aussehen bis heute bewahrt. Dadurch zählt es zu den besonders wertvollen Denkmälern der Volksarchitektur. Jiří Mikuláštík gilt bis heute als der bedeutendste Vogt in der Geschichte des Dorfes.
Über Generationen war die Vogtei mit der Familie Mikuláštík verbunden.
Die Familie Mikuláštík war über mehrere Generationen mit der Vogtei verbunden. Nach der Auflösung des Vogtamtes im Jahre 1848 verloren die Mikuláštíks ihre Stellung und schlossen sich dem Bauernstand an. Sie widmeten sich weiterhin der Landwirtschaft und gehörten weiterhin zu den angesehenen Bürgern.
Während der Ersten Republik lebte hier František Mikuláštík mit seiner Familie. Er war das achte Familienmitglied, das mit diesem Ort verbunden war.
In den 1960er Jahren wurde die Vogtei verstaatlicht und der Öffentlichkeit als Museum zugänglich gemacht. Nach der Restitution 1992 erhielt die Familie Mikuláštík das Gebäude zurück. Diese betrieb hier ein privates Museum, das die Geschichte der Vogtei und das Leben der Vorfahren dokumentierte. Seit 2014 ist die Vogtei ein Nationales Kulturdenkmal und Teil des Nationalen Freilichtmuseums.
Besuchen Sie die Ausstellung
Das Haus der Macht, der Verwaltung und des Alltagslebens – heute ein lebendiges Museum.
Die Vogtei war nicht nur ein Wohngebäude, sondern auch das Zentrum der Macht und der Verwaltung. In ihren Räumlichkeiten werden die Rolle des Vogts, seine Rechte und Pflichten abgebildet sowie die Welt der Grenzhüter und der Wegelagerer, die fest zu dieser Region gehörten. Dieser breitere historische Kontext ist eines der Hauptthemen der neuen Ausstellung.
Im Erdgeschoss der Vogtei finden sich die Besucher in der authentischen Atmosphäre eines ehemaligen Dorfgehöfts wieder. Die Ausstellung bezieht sich auf die Zeit der Ersten Republik, als hier František Mikuláštík lebte, ein Enkel des letzten Vogtes. Mithilfe der gesammelten Gegenstände sowie der rekonstruierten Einrichtung erhalten die Besucher Einblicke in das familiäre, wirtschaftliche und soziale Leben auf dem Lande in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Das Obergeschoss des Gebäudes erweitert die Darstellung auf den breiteren historischen Rahmen der Gemeinde. Die hier gezeigten Tafeln und audiovisuellen Installationen präsentieren die Stellung des Vogtes, die Funktionsweise des Vogtamtes, die Rolle der Grenzhüter und das Phänomen der Wegelagerer und Räuber in einem weiteren sozialen und historischen Kontext.
Die Ausstellung verbindet den traditionellen Ansatz eines Museums mit modernen audiovisuellen Elementen. Die Besucher können dadurch nicht nur die Sammlungen und Räumlichkeiten besichtigen, sondern auch die Atmosphäre des Lebens unserer Vorfahren, ihre Alltagssorgen, ihre Werte und auch ihren Mut nachempfinden.